Fazit unserer Wahlermutigungskundgebungen

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Nun liegen sie hinter uns, unsere ersten Wahlermutigungskundgebungen.

Es ist wichtig und richtig, zu den Menschen zu gehen und ihnen zuzuhören, mit ihnen zu sprechen und die Vielfalt der Meinungen und Ansichten zu erleben.

Von „Wenn ich Sie sehe, könnte ich kotzen“ bis „Wir wollen uns für Ihr Engagement bedanken, mit Rosen, Pralinen und Erdbeeren“ war eigentlich alles dabei.

Wir haben es genossen, auf Gleichgesinnte zu treffen und uns auszutauschen. Auch in Gegenden, in denen wir das wenig erwartet hatten.

Und wir sind an unsere Grenzen gekommen in Gesprächen mit Menschen, die uns abgelehnt und von vornherein als manipuliert eingeschätzt haben.

Was nehme ich mit?

  • Es ist nicht nur wichtig, zuzuhören, es ist auch wichtig, sich selbst zu schützen.  Wenn Gespräche zu viel Energie ziehen, darf man sie abbrechen.
  • Wir müssen noch genauer argumentieren lernen – noch bessere Fragen stellen und noch weniger Angriffsflächen bieten. Sonst eskalieren Gespräche auch schonmal verbal. Vor allem aber nimmt man sie mit und ist quasi „besetzt“.
  • Wie froh bin ich, in Debattier-Runden das Heraustreten aus einer Situation und das „von Außen betrachten, um Abstand zu bekommen“ geübt zu haben. Hier ist noch Luft nach oben.
  • Wir waren immer viele Omas. Das war sehr gut, wir konnten uns abwechseln, zwischendurch Luft holen, uns austauschen und uns Mut machen. Wie wichtig das ist, ist mir vor allem zu unserer letzten Kundgebung in Prohlis klar geworden.

Aus meiner Sicht ist dieses Format – in Kombination mit unseren Materialien – für eine Wahlermutigung genau das richtige.

Die unmittelbare Nachbarschaft zu einem AfD-Stand in Prohlis hat uns dabei mehr genutzt als geschadet. Wir haben uns einfach getraut, mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen. Und erlebten mal wieder eine skurrile Situation:

Als die AfD-Kandidaten Kindern einer anderen Kultur erzählten, dass sie sich auch um sie kümmern würden, fragte Monika nach. „Wollen Sie diese Kinder nicht loswerden?“ Die Antwort des Kandidaten „Lügen haben graue Haare“ brachte ein hübsches Erstaunen der Kids. „Sie haben doch auch graue Haare?“, fragten sie.

Die richtigen Fragen zu stellen, können wir von den Kindern lernen. Herrlich.

Claudia