Am 1. Mai einen Stand bei einem Linken-Fest zu haben, ist quasi ein Heimspiel.

Uns wohlgesonnene Menschen besuchten uns in diesem Jahr, gruselten sich durch unser Zitatenquiz, verspeisten die OMA-Plätzchen und frisch gebackenes Sauerteigbrot, erfreuten sich am OMA-Memory und machten uns Mut, weiterzumachen, während wir sie ermutigten, sich zu engagieren und zum Beispiel die PRÜF-Demo am 9.5. in Dresden mit der eigenen Präsenz zu unterstützen.
Doch auch bei einer Linken-Veranstaltung ist nicht alles “Friede, Freude, Eierkuchen”. Auch hier verirren sich – vor allem – ältere Männer, die glauben, uns die Welt erklären zu müssen. Sie diskutieren um des Diskutierens willen, ohne selbst zuhören zu wollen. Manche kennen wir schon, andere sind neu.
Wir nutzen das, um unsere Debattentrainingserkenntnisse einzusetzen. Es ist gut, Diskussionen und auch das Beenden einer Diskussion in der Realität zu üben.
Trotz Traumwetters war der Alaunplatz voller Menschen – und, das ist das Beste – auch vieler junger Menschen. Viele von ihnen schenkten uns eine Wertschätzung, die für mich mehr ist als einfach nur Worte. Mir gibt sie immer wieder neue Energie.

Die eine und andere Interessentin wird wohl in den nächsten Wochen bei uns vorbeischauen. Es gibt von Monat zu Monat mehr Frauen, die sich engagieren wollen, um der merkwürdigen Entwicklung im Land etwas entgegenzusetzen.
Natürlich freuen wir uns darüber. Doch ganz ehrlich – die schönere Variante wäre, dass sich die Zeiten so ändern, dass unsere Arbeit nicht mehr nötig ist. Und wir einfach Omas sein können.
Das ist unser Ziel. Und deshalb engagieren wir uns. Am 1. Mai, während verschiedenster Demonstrationen und in unseren ganz privaten Leben.
Claudia
